Die Liebe der Charlotte Gray
Liebes- und Kriegsmelodram

Filmrequisiten

Der Film „Die Liebe der Charlotte Gray“ begeistert nicht nur mit einer dramatischen Liebesgeschichte, oder der Sorge Charlottes um die Gesundheit ihrer Patienten, sondern vor allem wegen der zeitbedingten Umstände. Von 1919 bis 1945 ist die Welt bestimmt vom 2. Weltkrieg – das Jahr 1943, in welchem der Film inszeniert ist, lässt zu diesem Zeitpunkt noch keine Ende des Krieges vermuten. Für den Regisseur Gillian Armstrong war es demzufolge nicht nur eine Herausforderung die Emotionen einer solchen Beziehung realistisch zu vermitteln, sondern vor allem auch die Umstände des Krieges. Grundlegend für eine solch große Film-Entwicklung sind die Filmrequisiten; Je detailreicher und realistischer diese ausgewählt sind, desto eher schaffen es ein Produzent und der Regisseur das gewünschte Set zu konzipieren. Trotz der modernen Green-Räume in welchen alles nachträglich in das Kamerabild integriert werden kann, sind Filmrequisiten von der modernen Filmproduktion nicht wegzudenken. So auch die Dekowaffen, welche gebraucht werden, damit die meist tödlichen Schüsse so echt wie möglich auf den Zuschauer wirken. Hinzu kommt selbstverständlich auch die Mode der Schauspieler – auch hier muss auf kleine Feinheiten wie auf die Materialverarbeitung geachtet werden. Je realistischer das Set aufgebaut wird, desto eher fällt es auch den Schauspielern leicht sich in die Gedanken, Ängste und Sorgen der Menschen dieser Zeit hinein zu versetzen.

Nur wenn die Zustände des Krieges auch offensichtlich sind, kann der Zuschauer erst nachvollziehen, welch ein Leid Charlotte Gray alias Cate Blanchett erfahren hat. Als Sinnbild für die Frauen jener Zeit haben die Produzenten eines solchen Filmes eine fundamentale Rolle. Sie müssen es schaffen den Krieg mit all seinen Dramen ohne Verschönung darzustellen, ohne dabei die Romantik einer solch tragischen Liebe zu vernachlässigen. Ein Film mit diesem Niveau kann nur aus einer Kombination aus moderner Hightech wie computeranimierten Schauplätzen und dem klassischen Gebrauch von Filmrequisiten produziert werden. Während die Schauspieler noch einiges an Imagination aufbringen müssen um ihre Rolle verinnerlicht spielen zu können, darf der Zuschauer letztendlich auch ohne Vorstellungskraft den Film nachempfinden. Er sieht die Bilder, erlebt die Geschichte und fühlt das Leid des Krieges und die damit verbundenen Verluste vollkommen ohne das eigene Dazutun.

Welche Risiken Liebende in diesen Zeiten auf sich genommen haben, wird besonders deutlich als Charlotte Gray freiwillig in die Organisation der Widerstandsbewegung wechselt – sie begibt sich in Lebensgefahr nur um einige Kilometer näher bei ihrem Geliebten zu sein. Diese anspruchsvolle Darbietung kann neben den passenden Filmrequisiten und Hightechanwendungen nur von Weltklasse-Akteuren inszeniert werden.